Die Organe des Erde Elementes sind Milz und Magen.

Das Erdelement



Erde entspricht der nährenden Qualitäten des Spätsommers, der Fruchtbildung, der Wandlung und Veränderung.


Das Milz – Magen – Pankreas System hängt nach Ansicht der traditionellen chinesischen Medizin funktionell eng mit der Verdauung und dem Stoffwechsel zusammen. Hier wäre vor allem das Grübeln zu nennen, welches die Funktion des Verdauens behindert. Zuviel Nachdenken oder sich obszessiv über immer dieselben Dinge Sorgen machen entspricht schlicht und einfach einer „cerebralen Indigestion“, also einer „Verdauungsstörung im Gehirn“. Das chinesische Zeichen für Grübeln entspricht nicht zufällig zwei Füßen, die auf der Stelle treten. Leute mit einer geschwächten Milz sollten daher auch nicht zuviel lernen oder lesen.


Der Erde Typ


Was den Erde-Typen kennzeichnet

  • Gemütliche Typen, welche die Gemeinschaft und Familie lieben
  • Mögen die Tradition, das Wohlige und Nährende
  • Lieben gutes Essen
  • Beständigkeit, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit sind ihre Stärken
  • Meist gutes analytische Denken
  • Oft ein gewisses Maß an Trägheit
  • Oft etwas rundlicher gebaut, vor allem etwas rundlichere Gesichtsform
  • Oft wunderbare Zuhörer und Tröster
  • Haben eine warme und versöhnliche Art
  • Harmonisieren und Ausgleichen sind ihre Stärken


Typische Probleme des Erde-Typen

  • Zuviel Nachdenken oder sich immer über dieselben Dinge Sorgen machen
  • Verdauungsstörungen
  • Probleme der Flüssigkeits- und Lymphzirkulation
  • Prostatabeschwerden
  • Organsenkungen
  • Krampfadern
  • Störungen des Stoffwechsels
  • Appetitlosigkeit
  • Heißhunger auf Süßes
  • Blähungen
  • Neigung zu blauen Flecken



Pi – die Milz

Die Milz beherrscht Transformation („hua“) und Transport („yun“) und ist für das Aufsteigen des Klaren zuständig. Sie hält das Blut in den Gefäßen, sowie Organe an ihrem Platz. Sie beherbergt unser Denken („Yi“), regiert die Muskeln und öffnet sich in den Lippen.


Wei – der Magen

Der Magen ist wie ein Kochtopf für das Reifen und Fermentieren der Nahrung zuständig und ist somit funktionell sehr eng mit der Milz verbunden. Er wird manchmal als das „Meer des Getreides“ bezeichnet und ist für das Absteigen des Trüben verantwortlich.


Typische Probleme des Erde Elementes


Milz-Qi-Mangel (Pi Qi Xu)

Bei einem Milz-Qi-Mangel kommt es typischer Weise zu einem Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden, meist in Form von breiig weicheren Stühlen bis hin zu Durchfällen, in manchen Fällen aber auch zu Verstopfung. Hinzukommen Blähungen eine Völle- und Druckgefühl im Bauch, v.a. nach dem Essen. Manchmal kann es auch zu Ödemen durch die Feuchtigkeitsretention oder zu Muskelschwäche der Extremitäten kommen, gemeinsam mit Zeichen des allgemeinten Qi-Mangels wie Schwäche, Müdigkeit und einer blassgelbe, fahle Gesichtsfarbe.


Milz-Yang-Mangel (Pi Yang Xu)

Ein Milz-Yang-Mangel zeigt sich meist sehr ähnlich wie der Milz-Qi-Mangel, jedoch kommt es zusätzlich zu Kältezeichen, sprich einem allgemeinten Kältegefühl bzw. einer Aversion gegen Kälte. Ein typisches Zeichen eines Milz-Yang-Mangels sind unverdaute Speisereste im Stuhl. Durch den Yang-Mangel kommt es auch häufig zu Ödemen der Extremitäten. Der Milz-Yang-Mangel ist oft mit einem Nieren-Yang-Mangel kombiniert.


Milz kontrolliert das Blut nicht (Pi Bu Tong Xue)

Dieses Syndrom tritt häufig bei einem Milz-Qi- und Milz-Yang-Mangel auf und beschreibt im Wesentlichen die Fehlfunktion das Blut nicht ausreichend in den Gefäßen zu halten. Dadurch kann es zu vermehrtem Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Neigung zu blauen Flecken kommen, bis hin zur Purpura oder Petechien. Oder verstärkter Regelblutung bei Frauen.


Sinkendes Milz-Qi (Pi Xu Xia Xian)

Dieses Syndrom beschreibt im Wesentlichen die Fehlfunktion der Milz in Ihrer Haltefunktion bei einem Milz-Qi oder Milz-Yang-Mangel. Hierbei kommt es zu einer Senkung der inneren Organe, z.B. der Gebärmutter oder der Vagina oder auch der Blase oder des Magens. Ein nach unten ziehendes Gefühl oder Durchfall und Harninkontinenz können ebenso Zeichen dieses Syndroms sein, genauso wie Hämorrhoiden oder Varizen.


Feuchte-Kälte in der Milz (Han Shi Kun Pi)

Bei diesem Syndrom zeigt sich meist ein abdominelles Völlegefühl mit einer Abneigung gegen Kälte und Flüssigkeit. Hinzu kommen häufig ein weicherer Stuhl und häufig ein Appetitverlust, sowie allgemeine Zeichen wie Müdigkeit und Energielosigkeit.


Feuchte-Hitze in Milz und Magen (Pi Wie Shi Re)

Hierbei kommt es im Allgemeinen zu einem abdominellen Völlegefühl mit Appetitmangel, Übelkeit und weicherer, sehr intensiv riechenden Stühlen und Anusbrennen, sowie bitterem Mundgeschmack ohne Bedürfnis nach großen Flüssigkeitsmengen. Manchmal können ein körperliches Schweregefühl und subfebrile Temperaturen, sowie Symptome einer feuchten Hitze in Leber und Gallenblase hinzukommen.


Milz-Yin-Mangel (Pi Xin Xu)

Dieses Syndrom ist ein nicht in allen klassischen Texten zu findendes Muster, bei dem eine körperliche Abmagerung und Auszehrung im Vordergrund stehen. Hinzu kommen die typischen Zeichen einer Milz- Qi-Schwäche wir Müdigkeit und Erschöpfung oder Verdauungsbeschwerden.


Magen-Qi-Mangel (Wei Qi Xu)

Bei einem Mangen-Qi-Mangel kommt es typischer Weise zu eine Appetitverlust, manchmal kombiniert mit einem Geschmacksverlust. Hinzu kommen Magensyptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Aufstoßen oder Druck im Oberbauch.


Magen-Qi-Mangel mit Kälte (Wei Qi Xu Han)

Hierbei kommt es neben den typischen Magenbeschwerden vor allem zu einem Kältegefühl im Bauch und einer damit verbunden Abneigung gegen kalte Nahrungsmittel oder Getränke bzw. einer Verschlechterung der Beschwerden bei Einnahme dieser. Dieses Syndrom ist oft mit einem Milz-Yang-Mangel verbunden.


Magen-Yin-Mangel (Wei Yin Xu)

Bei diesem Syndrom kommt es neben den Magensymptomen vor allem zu einem Leere- und Unbehaglichkeitsgefühl im Oberbauch, manchmal kombiniert mit dumpfen Schmerzen und leichter Übelkeit oder Appetitmangel und Völlegefühl nach dem Essen. Als Zeichen des Yin- Mangels kann Mund- und Rachentrockenheit bzw. das Bedürfnis immer wieder in kleinen Schlucken zu trinken.


Loderndes Magen-Feuer (Wei Huo Shang Sheng)

Durch eine Überhitzung des Magens kommt es typischer Weise zu brennenden Schmerzen im Oberbauch, ständiges Hungergefühl, manchmal Mundtrockenheit, Durst auf kalte Getränke und Magensäurereflux. Als weitere Zeichen kann es zu Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen oder – blutungen kommen, sowie Kopfschmerzen entlang des Magenmeridians kommen.


Nahrungsstagnation im Magen (Shi Zhi Wei Wan)

Hierbei stehe vor allem ein Druck- und Völlegefühl durch nicht gut transportierte Nahrung im Oberbauch im Vordergrund. Es kommt hierbei meist zu übelriechendem Mundgeruch oder Aufstoßen bzw. Magensäurereflux mit Appetitmangel und Übelkeit. Manchmal kann dies auch zu Schlafstörungen und Kopfschmerzen führen.


Blut-Stase im Magen

Bei diesem Syndrom stehen sehr starke, stechende, meist genau lokalisierbare Schmerzen in Bereich des Magens im Vordergrund. Bluterbrechen oder Blut im Stuhl können die Folge sein.


Kälte-Invasion im Magen (Wei Shi Han)

Hierbei kommt es durch den äußeren Einfluss von kalten Nahrungsmitteln oder Getränken zu Magenbeschwerden.





Balance durch TCM


In der Realität sind kombinierte Krankheitsmuster die Regel. Im Rahmen eines ausführlichen Erstgespräches erstellen wir mittels Puls- und Zungenbefund eine TCM Diagnose. Darauf basierend kann eine gezielte Therapie mit Kräutern, Akupunktur, Ernährung oder Qigong erfolgen.




Durch Stress und ungesunde Ernährung sind unser Verdauungsapparat und Stoffwechsel meist sehr stark belastet. Die Übungen des Ba He Fa Erde Element Kurses helfen auf wunderbare Weise, unsere Verdauungskraft zu stärken und den Stoffwechsel wieder zu aktivieren. Die medizinisch wirkungsvollsten Übungen für Milz und Magen, ideal für Stoffwechsel und Verdauungssystem.